Gemeinsam statt einsam!
Direkt zum Seiteninhalt
Häuser
Bericht aus dem Läbeshus (Artikel aus dem OT-Brief 72)

Grüezi Wohl!
Ich bin der Frosch auf dem Esstisch und darf euch von meinem Tag erzählen.
Heute waren es vierzehn Menschen, die durch unser Wohnzimmer kamen. Sie waren zwischen anderthalb und sechzig Jahren alt. Sie haben hier gegessen, Kaffee oder Tee getrunken, gespielt, getollt oder geredet. Ein ganz gewöhnlicher Dienstag, an dem sich das gemeinschaftliche Leben im Läbeshus ballt. Aber lasst mich von vorne anfangen.
Mein Morgen startete recht ruhig, nur mit Kerstin, einer Mutter und Tim, ihrem kleinen zweijährigen Sohn. Mit etwas Kaffee und Müsli kommt hier etwas Leben in die Bude und kurz darauf klingelt es auch schon. Mal sehen wer da kommt: Aha, noch mehr Kinder mit Mama, und so darf ich am Morgen kleinen Kindern beim Spielen, Malen und Basteln zusehen und wir haben sogar herausgefunden, wer die Kokosnuss geklaut hat!
Dann schmeckt es mal wieder fein. Den Höhepunkt des kindlichen Streits deckeln die beiden Mamas, indem es Mittag gibt - Polenta, Linsen und Würstchen. Die drei Kinderstühle werden rangerückt und die bunten Plastikschüsseln sowie die Bäuche gefüllt. Alle wieder glücklich. Juhu. Versöhntes Baggerbuch angucken ist wieder möglich.
Tim meldet wieder ein „Tut“ und rennt zur Tür - es hat wieder geklingelt. Diesmal eine befreundete junge Frau in einer Neuorientierungsphase. Ich höre mit von ihren Zukunftsplänen, von Ängsten und Hoffnungen - während sie Mittag isst und einen Kaffee trinkt. Dann verschwinden alle mal. Kerstin und Tim kehren von ihren Besorgungen zurück. Übermütig vor Energie muss Tim sich erstmal austoben und springt fleissig umher „gumpaaa!!!“
Am späten Nachmittag geht die Tür sanft auf. Der Papa ist zuhause. Ich höre nochmal in Kurzfassung, was so alles passiert ist heute und dann ist auch bald Zeit fürs Z‘Nacht.
Die Freundin geht und ich muss den Lärm des Staubsaugers kurz ertragen - nur um dann wieder die Tür für neue Gäste aufgehen zu sehen. Die drei Hausbewohner der anderen Wohnungen kommen und bringen Essen mit. Es duftet nach Chili con Carne. Zwei Kinderstühle werden gegen normale Stühle eingetauscht und das Essen wird verteilt. Neuigkeiten aus der Nachbarschaft, Erlebnisse mit Gott, Vorhaben und Gedanken sowie Hoffnungen für die nächste Zeit werden angesprochen. Am Ende werden alle bedächtig still zum Abschlussgebet. Tim ruft ein „Amen“ dazwischen und wenn die Hausbewohner kurz danach gehen, dann sehe ich sie ganz sicher nächsten Dienstag wieder, aber sehr wahrscheinlich schon früher.
Die Ruhe ist von sehr kurzer Dauer, denn schon bald klingelt es und die anderen Hausleiter der Offenen Tür tauchen auf und machen es sich in der Sitzecke mit der Couch gemütlich. Ich werde auf den Wohnzimmertisch vorgerückt und darf aus nächster Nähe zuhören, was sie Inspirierendes hören, sich gegenseitig erzählen und wie auch sie füreinander beten. Nach ihrem Abschied wird in der Küche kurz geräumt und bald das Licht gelöscht und alle gehen schlafen. Was bringt wohl der nächste Tag?
Kerstin Engel,
Leiterin Läbeshus
HOMEPAGE
© 2018 by OFFENE TÜR (OT). Texte, Fotos und Grafiken wurden von Mitgliedern und Freunden der OT gestaltet bzw. fotografiert. Alle Rechte vorbehalten. Alle Inhalte dieser Website sind nur für den persönlichen und nicht kommerziellen Gebrauch bestimmt. In allen anderen Fällen dürfen die Inhalte nur mit schriftlicher Genehmigung des Vorstandes der OT weiterverwendet werden.
OFFENE TÜR
ABOUT
Gemeinschaft live!
QUALITY
Gemeinschaft trägt!
Zurück zum Seiteninhalt